Das Alltagleben im Krieg
Leben unter Sirenen – Alltag im Süden Israels
EL ROI unterstützte diese messianische Familie in der Negev-Wüste beim Aufbau und Betrieb ihres Foodtrucks und stand ihnen besonders in der Zeit zur Seite, als der Vater erkrankte. Ende März erreichten uns diese Zeilen:
Seit über einem Monat steht Israel im Krieg – mit dem Iran, der Hisbollah und mittlerweile auch mit dem Jemen. Ein Ende der Kämpfe ist derzeit nicht absehbar. Besonders im Süden des Landes, rund um Dimona, hat sich die Lage weiter verschärft. Raketenangriffe gehören zum Alltag. Immer wieder werden Wohngebiete getroffen, Menschen sterben, viele werden verletzt. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt, vieles wirkt gelähmt. Der Alltag ist geprägt von Unsicherheit. Und doch: Er findet statt.
Auch für uns ist diese Situation keine abstrakte Nachricht, sondern gelebte Realität. Nächtliche Sirenen und der Gang in den Schutzraum sind inzwischen Teil unseres Lebens. Vor wenigen Tagen mussten wir während einer Autofahrt abrupt anhalten und Schutz suchen, weil plötzlich Alarm ausgelöst wurde – selbst in abgelegenen Gebieten. Auch ruhige Momente draussen, in der Natur, werden immer wieder durch Sirenen und Explosionen unterbrochen.
Trotz allem versuchen wir, den Alltag aufrechtzuerhalten. So, wie es in Israel oft geschieht: Das Leben geht weiter – nicht weil es einfach ist, sondern weil es keine Alternative gibt.
Wir haben unseren Foodtruck wieder geöffnet. Es ist ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger. Er ermöglicht uns nicht nur ein Einkommen, sondern auch Begegnungen. Gespräche entstehen, oft tiefere als sonst. Man spürt, wie sehr die Menschen diese Momente brauchen.
Gleichzeitig ist die Erschöpfung überall sichtbar. Viele schlafen schlecht, Kinder sind angespannt, der Schulbetrieb ist seit Wochen unterbrochen. Selbst einfache Dinge wie Autofahrten werden zur Belastung, weil jederzeit Sirenen ausgelöst werden können.
Neben all dem Äusseren zeigt sich auch das Innere: Viele kämpfen mit persönlichen Herausforderungen – gesundheitlich, familiär oder finanziell. Die Belastung geht tiefer, als man von aussen sieht.
Umso dankbarer sind wir für das, was sich gut entwickelt. Yaron hat sich nach seiner Krankheit deutlich erholt und gewinnt sichtbar an Kraft. Das gibt uns Mut.
In all dem bleibt eines zentral: den Blick nicht zu verlieren. Dankbar zu bleiben – für die kleinen Dinge, für jeden neuen Tag, für Familie und Gesundheit.
Und nicht zuletzt: füreinander einzustehen und Hoffnung weiterzugeben – gerade dann, wenn sie am meisten gebraucht wird.
Jetzt unterstützen, jede Hilfe zählt.
